24. April 2016 – Ausstellung ERINNERUNG

24. April 2016, 14.00 Uhr Minoritenkirche

Eröffnung der Ausstellung ERINNERUNG – in memoriam Karl Stojka

Musik: Kompositionen zu den Bildern von Karl Stojka

ADRIAN GASPAR IMPROVISION /// BRIDGEBEAT

Es sprechen Dr. Hans Simon-Pelanda (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ehem. KZ Flossenbürg e.V.) und Joachim Wolbergs (Oberbürgermeister der Stadt Regensburg)

Bei der Eröffnung der Ausstellung mit Werken gefangener Maler aus dem KZ Flossenbürg und seiner Außenlager kommen Kompositionen zu den Bildern Karl Stojkas zum Vortrag, dessen großformatige Bilder im Mittelpunkt stehen. Klassische Kammermusik trifft auf Musik der Rroma-Sinti, Jazz und Swing erklingt in einer Kirche, Multi-Instrumentalisten singen und spielen Panflöte, Akkordeon, Geigen und Schlagzeug: BEAT YOUR PREJUDICES, BUT FEEL THAT BEAT

Bis zum 21. Mai können thematische Führungen zur Ausstellung gebucht werden.

kontakt@arge-kz-flossenbuerg.de

23. April 2016 – Gedenkweg in Regensburg

Am 23. April jähren sich die Geschehnisse am Ende des 2. Weltkriegs in Regensburg.

Am prägnantesten waren dabei die Räumung und Verschleppung der Zwangsarbeiter des Colosseum, d.h. eines Außenlagers des KZ Flossenbürg und die Ermordung von Pfarrer Dr. Johann Meier, Josef Zirkl und Michael Lottner kurz vor der kampflosen Übergabe der Stadt Regensburg.

Nicht vergessen werden sollen dabei die Opfer der NS-Herrschaft in den Jahren zwischen 1933 bis 1945. Unzählige Menschen wurden ermordet, während die Mehrheit wegschaute oder profitierte.

Jahrzehntelang fand das Gedenken in Regensburg auf unterschiedlichen Wegen statt. 2015 wurde erstmals unter Schirmherrschaft der Stadt Regensburg gemeinsam gedacht.

Der Gedenkweg mit 6 Stationen fällt 2016 auf einen Samstag und beginnt um 11 Uhr am Colosseum in Stadtamhof.

Die ArGe ehem. KZ Flossenbürg wird gemeinsam mit der Stadt Regensburg den Gedenkweg eröffnen.

Weitere Informationen unter gedenkweg.wordpress.com.

Zbigniew Kolakowski verstorben.

Gestern Nacht erhielt die „Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg e. V.“ aus Polen die Nachricht, dass Herr Zbigniew Kolakowski aus Bygdocoszczy, am 1. Februar im Alter von beinahe 91. Jahren verstorben ist.

Zbigniew Kolakowski
Zbigniew Kolakowski +1. Februar 2016

Zbigniew Kolakowski war unseren Informationen nach der letzte Überlebende aus dem ehemaligen Außenlager des KZ Flossenbürg im Colosseum in Stadtamhof. Bis zuletzt nahm er am Gedenken an das Kriegsende in Regensburg am 23. April und an den Beginn des Todesmarsches der verbliebenen Gefangenen teil. Er gehörte zu den etwa 50 Überlebenden, die erst Anfang Mai 1945 in der Nähe von Laufen an der Salzach befreit wurden. Er selbst war nur durch den Mut und die Hilfe einer Bäuerin, die den 20jährigen die letzten Tage versteckte und pflegte, dem Tod entgangen. Jährlich besuchte er noch ihr Grab.

Letztmalig reiste er im April 2015 im eigenen Wagen nach Regensburg zur Teilnahme am Gedenkweg und zu einer Reihe von Lesungen und Zeitzeugengesprächen in Regensburger und Oberpfälzer Schulen – wer erleben durfte, wie dieser ungebrochene 90jährige mit Charme und Witz für eine Verständigung zwischen den unterschiedlichsten Menschen warb und seine Hoffnung auf Frieden artikulierte, wird davon beeindruckt bleiben.

Die Arbeitsgemeinschaft trauert um einen Freund, viele Freunde und Bürger in der Stadt Regensburg werden diesen letzten Zeugen des KZ-Terrors in der Stadt vermissen.

Prof. Dr. Hans Simon-Pelanda

Vorsitzender

Danke, Tadeusz Sobolewicz!

Der Stadt und den Bürgern Regensburgs fehlt ein großherziger Freund und unaufdringlicher Mahner gegen das Vergessen; die Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg e. V. betrauert den Tod ihres Ehrenvorsitzenden.

Tadeusz Sobolewicz
Tadeusz Sobolewicz

Mit Tadeusz Sobolewicz verlieren wir einen der zwei Überlebenden des KZ-Außenlagers Colosseum in Stadtamhof, die immer wieder zu den Gedenkveranstaltungen am 23. April nach Regensburg gekommen sind. Er selbst konnte in den letzten Jahren nicht mehr reisen, empfing aber Schüler- und Studiengruppen aus ganz Deutschland, auch aus Regensburg, in Krakau, um sie durch das das KZ Auschwitz-Birkenau zu führen.

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Ehrenvorsitzender Tadeusz Sobolewicz verstorben

Einer unserer großen Freunde hat sich tapfer bis zuletzt gewehrt und nicht geschont, um Zeugnis abzulegen, jetzt ist

Tadeusz Sobolewicz im Alter von 92 Jahren am 28.10.2015  in Krakau verstorben. 

Tiefe Trauer erfüllt uns, sein Verlust schmerzt.

Bei der Beerdigung auf dem Friedhof "Cmentarz Rakowicki", ul. Rakowicka 26, in Krakauließ die Arbeitsgemeinschaft für ihren Ehrenvorsitzenden Tadeusz Sobolewicz einen Kranz niederlegen.
Bei der Beerdigung auf dem Friedhof „Cmentarz Rakowicki“, ul. Rakowicka 26, in Krakauließ die Arbeitsgemeinschaft für ihren Ehrenvorsitzenden Tadeusz Sobolewicz einen Kranz niederlegen.

ERINNERN: Die Gefangenen des KZ-Außenlagers Colosseum in Regensburg

Regensburger Schülerinnen und Schüler erforschen das Leben der Gefangenen aus dem KZ-Außenkommando Colosseum, daraus wächst ein Gedenkbuch

70 Jahre nach der Befreiung der Stadt kündigt das offizielle Regensburg eine neue Gedenkkultur an. Zum ersten gemeinsamen Gedenkweg aller Initiativen und Institutionen, die ihrer und auch aller anderer Opfer während des Nationalsozialismus gedenken, hatte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs 2015 erstmals im Namen der Stadt als Veranstalter eingeladen.

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Tadeuz Sobolewicz: Grußadresse an die Teilnehmer des Gedenkweges 2015

Liebe Freunde in Regensburg,

gerne wäre ich heute an diesem Tag bei euch in Regensburg gewesen, aber ich bin inzwischen nicht nur 90 Jahre alt, sondern auch nicht ganz gesund und so nicht in der Lage, eine so lange und beschwerliche Reise auf mich zu nehmen. Ich erinnere mich gerne an meine mehrmaligen Aufenthalte in Regensburg, wodurch ich auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft auch 2 oder 3 mal an den Gedenkfeierlichkeiten zum 23. April teilnehmen konnte.

Mit großer Freude höre ich, dass sich heute alle zu einer einzigen großen Gedenkfeier und zu einem gemeinsamen Gedenkweg für alle Gruppen der Opfer zusammengefunden haben. Diese Forderung der Arbeitsgemeinschaft habe ich immer unterstützt. Ich danke euch und allen Verantwortlichen für diese große Ehre, die ihr damit allen ehemaligen Gefangenen im KZ Colosseum und den vielen Opfern der Nazi-Diktatur in eurer Stadt erweist. Diesmal hätte ich mich mit euch– anders als vor 70 Jahren gezwungenermaßen – freiwillig und gerne auf den Weg über die Steinerne Brücke gemacht und auch zu euch gesprochen.

Mehr denn je rufe ich vor allem die jungen Menschen auf, die Erinnerung an die Schrecken der Nazi-Herrschaft wachzuhalten und sich so für den Frieden einzusetzen.

Tadeusz Sobolewicz

Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg

Krakow, 22. April 2015

(mündlich am Telefon an Hans Simon-Pelanda)

Nachruf Günter Hanisch 1962 – 2014

Mit gerade einmal 24 Jahren hat Günter 1986 die Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg e. V. gegen das damals fast erreichte vollkommene Vergessen dieses Lagers mitbegründet. Bis zuletzt hat er sich in ihr engagiert, wichtige Tatbestände aufgeklärt und veröffentlicht, unzählige Stunden dafür gearbeitet und finanzielle Opfer gebracht. In verschiedenen Funktionen bekleidete er Ämter im Vorstand der ARGE. Keiner von uns konnte sich vorstellen, dass er einmal nicht mehr da sein würde – denn einen wie ihn brauchen wir heute mehr denn je.

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Rede zum Gedenkweg am 23. April 2013 in Regensburg

Den Toten und Verfolgten des Flossenbürger KZ-Außenlagers „Colosseum“

Anders als in den vergangenen Jahren, aber auch nicht zum allerersten Mal sprach am Denkmal für die Toten des KZ-Außenlagers mitten in Regensburg nicht der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft ehemalige KZ Flossenbürg, Dr. Hans Simon-Pelanda, sondern der Abiturientin Rebecca Petz. Diese hatte jenen im vergangenen Jahr für ihre Seminararbeit zum Thema des ‚zweigeteilten Gedenkens in Regensburg‘ interviewt und in ihrer fertigen Ausarbeitung mit einigen Thesen konfrontiert, die geeignet erscheinen, die verhärteten Fronten zwischen den Organisatoren des Gedenkweges am 23. April und der Messe mit anschließender Kundgebung am darauf folgenden 24. April aufzubrechen.

Wir drucken deswegen die Rede von Rebecca am 23. April 2013 als ein Zeugnis, dass sich 30 (!) nach den ersten Publikationen zum Colosseum – Schülerarbeit, „Regensburg 1933 -45“ – eine neue Generation sich anschickt, die Verantwortung für ein würdiges Gedenken zu übernehmen, das die Stadt, ihre Politiker, aber auch alle Bürgerinnen und Bürger bis heute nicht zuwege brachten oder in vielen Fällen sogar verhinderten.

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Geschichte und Gedenken zur KZ Gedenkstätte Flossenbürg