Am 20. November 1901 wurde František Michl als einziger Sohn einer Handwerker- und Händlerfamilie in Domažlice nahe der tschechisch-bayerischen Grenze geboren. Er hatte drei Schwestern. Seine Eltern sahen in ihm ihren Nachfolger und schickten ihn zu einer kaufmännischen Ausbildung nach Plzeň. Doch der Jugendliche war in mehreren Sportarten sehr talentiert. Außerdem erkundete er als einer der ersten Motorradfahrer die westböhmische Landschaft, die ihn als Künstler und Maler anzog.

Denn schon vor Beginn seines Studiums an der Prager Akademie der Bildenden Künste (1925–1928, in der neu geschaffenen Klasse für Landschaftsmalerei) zeichnete er und entwarf unter anderem das Emblem für die Škoda-Werke, den „geflügelten Pfeil“, der bis heute auf den Fahrzeugen von Škoda zu sehen ist. Mit dem Preisgeld konnte er sich ein eigenes Atelier einrichten, ohne finanzielle Unterstützung ein Kunststudium aufnehmen und schon in jungen Jahren ausgedehnte Reisen durch Europa und Nordafrika unternehmen.

Sein Stil entwickelte sich von der Wiedergabe von Landschaften hin zur Gestaltung von Stimmungsbildern aus Licht und Farbe. Nach dem Studium und seinen Kunstreisen kehrte er in sein Atelier zurück, heiratete und widmete sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Landschaft des Chodenlandes. Daneben war er auch als Gebrauchsgrafiker höchst produktiv und beteiligte sich an vielen Ausstellungen, auch im Ausland.

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht und der Usurpation der sogenannten Rest-Tschechei blieb es nicht nur bei einer ablehnenden Haltung. Er beteiligte sich aktiv am Protest, organisierte Treffen und Manifestationen nationaler Identität, mit dem Höhepunkt einer Wallfahrt der Hunderttausend, die als bedeutender Akt nationalen und religiösen Widerstands bekannt wurde.

Als bekannter oppositioneller Künstler stand er fortan unter der Beobachtung der deutschen Besatzer, von Polizei, Gestapo und SS. Bereits 1940 wird er in Gefängnissen in Prag und Theresienstadt inhaftiert und kommt schließlich erstmals in das KZ Flossenbürg. Ob er dort 1940/41 bereits für Kapos und SS künstlerisch arbeiten musste oder erst während seiner zweiten Gefangenschaft im KZ, ist ungewiss.

Seine vorübergehende Freilassung 1941 endete 1943 mit seiner zweiten Gefangennahme. Bis Kriegsende scheint jedoch gesichert, dass er nun als etwas besser gestellter Gefangener „künstlerische Zwangsarbeit“ für die SS verrichten musste. Auch Miloš Volf erinnert sich gut daran, dass von Michl, mit dem er persönlich bekannt war, Ansichten des KZ Flossenbürg und Porträts sowohl der SS-Lagerprominenz als auch von Nazigrößen auf Bestellung wie am Fließband gemalt werden mussten.

Nach der Befreiung konnte der Maler schnell nach Domažlice zurückkehren und wieder Kunst ohne Zwang und Freiheitsberaubung ausüben. Er beteiligte sich als ernannter „Kulturpatron“, Mitglied und Vorsitzender verschiedener Kulturvereinigungen am Aufbau des kulturellen Lebens im Chodenland und in Westböhmen.

Inzwischen einer der bekanntesten und vielfach ausgezeichneten Künstler in der ČSSR, wurden drei seiner Gemälde auf der Brüsseler Weltausstellung 1958 als repräsentative Werke der tschechischen Kunst im preisgekrönten Pavillon des Landes ausgestellt. Daraufhin konnte er mehrere Werke auch international verkaufen.

Offenbar betrachteten die tschechischen Zensurbehörden seine freien, auch internationalen Kunstkontakte mit Argwohn. Er wurde 1961 für mehrere Monate inhaftiert. Auch nach seiner Entlassung blieben die gravierenden Einschränkungen seiner Kunst bestehen, darunter ein fast vollständiges Ausstellungsverbot.

Mit der kurzen politischen Öffnung des Landes 1967 konnte er seine internationale Karriere fortsetzen und stellte etwa in Kanada aus. Große Galerien in Übersee interessierten sich für sein Werk und kauften viele Bilder an. Die Beendigung der Reformphase bedeutete für Michl erneut eine Behinderung seiner Arbeit und wiederum ein Ausstellungsverbot. Nur „getarnte“ Präsentationen in kleinerem Rahmen waren nach 1971 noch möglich.

Im Jahr darauf, 1972, erlitt er einen schweren Schlaganfall, der ihn halbseitig lähmte. Er konnte noch weitermalen, ehe ihn mehrere weitere Schlaganfälle bis zu seinem Tod ans Bett fesselten.

Das Ölbild, das Aquarell und die Zeichnung aus dem Bestand der Ausstellung ERINNERUNG der ArGe Flossenbürg stellen einen einmaligen Bestand dar. Sie zeigen einerseits die in Zwangsarbeit erstellte Ansicht einer lauschigen Landschaft mit Blick von der Höhe des Lagers auf die Burgruine, die das Lager nicht zeigt, und andererseits eine offenbar versteckt angefertigte Zeichnung, auf der die tatsächliche Existenz des Lagers mit seinen Baracken zu sehen ist.

František Michl starb am 4. Juni 1977. Im Jahr 1991 wurde er vollständig juristisch und politisch als Widerstandskämpfer rehabilitiert.

Tschechische Webseite über Frantisek Michl