Im polnischen Bendin am 20. Januar 1925 als erster Sohn einer jüdischen Familie mit zwei Söhnen geboren, wird Szmuel Laitner mit 16 Jahren auf der Straße „eingefangen“ und zur Zwangsarbeit in mehrere Lager in Polen verschleppt. Diese setzt sich unter oft noch schwierigeren Bedingungen in Arbeitskommandos im Lagerkomplex KZ Groß-Rosen fort. Nach dessen Schließung und überstürzter Räumung wird er Anfang 1945 auf einem Evakuierungsmarsch in eines der großen Flossenbürger Außenlager, das Außenkommando Hersbruck, getrieben. Den Todesmarsch von dort Ende April 1945 durch die westliche Oberpfalz bis zur Befreiung in Oberbayern bezeichnete er in einem Gespräch 2001 in Israel als eines der grausamsten Erlebnisse überhaupt.
Bereits am 2. Mai 1945 schließt er sich einer Gruppe junger Juden an und macht sich zunächst zu Fuß, dann mit einem Auswandererschiff auf den Weg nach Palästina. Das Schiff wird von der britischen Kriegsmarine vor Zypern aufgebracht. Nach seinen Erinnerungen werden die jüdischen Überlebenden zwar interniert, haben aber die Möglichkeit, verschiedene Ausbildungen zu absolvieren. Er wählt Kurse in Kunst und Gestaltung.
Als er schließlich nach Palästina gelangt, wird der Kibbuz Gazit seine neue Heimat. Er wird zwar in die dortigen Arbeitsaufgaben integriert, später jedoch zunächst teilweise und schließlich hauptsächlich für seine eigene künstlerische Entwicklung und Tätigkeit freigestellt.
Die 29 Darstellungen seiner Erinnerungen an die Lagerhaft, darunter sieben, die er selbst eindeutig dem KZ-Außenkommando Hersbruck zuordnet, überreicht er 2001 als Reproduktionen dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg. Die meisten seiner sonstigen Kunstwerke befinden sich in Israel, sein Nachlass in der Gedenkstätte Yad Vashem.
Szmuel Laitner stirbt am 26. April 2020 in seinem Kibbuz Gazit.


